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| DER BEGRIFF | ||||||||||||||||||||||||
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Bei unternehmensübergreifenden Lieferketten tritt das Problem des Bullwhip-Effektes auf - auch Whiplash oder Whipsaw-Effekt genannt. Dieses Phänomen ist bereits seit den 60er Jahren bekannt, als Jay Forrester am Massachusetts Institute of Technology die Bücher System Dynamics und Industrial Dynamics veröffentlichte. Darin untersuchte er das Verhalten der Supply Chain bei unterschiedlichen Bedarfsverläufen und wies nach, dass sich die Schwankungen der Bestellungen der Kette in Richtung der Zulieferer (upstream) aufschaukeln. |
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GRÜNDE FÜR DIE ENTSTEHUNG Um den Bullwhip-Effekt zu verstehen, muss man sich die Ursachen für die Schwankungen der Bestellmengen verdeutlichen. Schon die Variabilität in den Bestellungen des Einzelhändlers ist viel größer, als jene in der Konsumentennachfrage. Dies liegt an folgenden Punkten:
All diese Punkte führen zu Schwankungen innerhalb der Bestellmengen. Diese Schwankungen schaukeln sich aufgrund der Struktur der Supply Chain upstream noch zusätzlich auf: Ist es dem Einzelhändler noch möglich eine auftragsbezogene (pull) Distribution zu betreiben - sprich eine Distribution, die sich nach der tatsächlichen Konsumentennachfrage orientiert - so gilt dies bereits ab dem nachfolgenden Glied nicht mehr. Die Supply Chain basiert ab dem Großhändler auf einer auftragsneutralen (push) Distribution bzw. Produktion. Bestell- und Produktionsentscheidungen basieren auf langfristigen Voraussagen, denen als Grundlage die Bestellungen der vorgelagerten Stufen dienen. (Der Übergang zwischen pull und push Distribution/Produktion wird als Order Penetration Point (OPP) bezeichnet.) Jede Stufe erstellt lokale Prognosen, die aber dem tatsächlichen Verlauf hinterherlaufen. Bei der Berechnung der zu produzierenden / bestellenden Menge wird der aktuelle Bestand und die Prognose verwendet, es kommt zu einer Überreaktion auf die Niveauveränderung. Die nachfolgende Stufe hat das gleiche Problem, somit schaukeln sich die Überreaktionen entlang der Kette auf. Eine solche Push-Based Supply Chain führt zu langsamen Reaktionszeiten der Teilnehmer und eben zum Bullwhip-Effekt. Die Konsequenzen sind Perioden von übervollen Lagern gefolgt von Perioden der Knappheit. Das führt zu schlechtem Lieferservice, verlorenen Einnahmen, uneffektiven Transport und kürzen Produktlebenszyklen. |
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ZUSAMMENFASSUNG Der Bullwhip-Effekt resultiert aus den komplexen und dynamischen Abhängigkeiten
in der Supply Chain. Die "Mitspieler" innerhalb der Kette treffen
(lokal) scheinbare rationale Bestell- und Produktionsentscheidungen aufgrund
falscher Wahrnehmungen und verzerrter Systeminformationen. In dieser Umgebung
versagen individuelle Entscheidungsträger gewöhnlich in der
Vorhersage der Auswirkungen ihrer eigenen Aktionen auf die anderen Elemente
der Supply Chain. Da sich jeder lokale Entscheidungsträger im Recht
fühlt, besteht die Tendenz, die Dynamik eher auf externe Effekt zu
schieben als sie als Folge des eigenen Handelns anzusehen. Verbesserungsmaßnahmen
können also nur an der Infrastruktur der Supply Chain ansetzten.
Das Problem liegt im System. |
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LITERATUR: Haehling von Lanzenauer, Christoph / Pilz-Glombik, Karsten (2000):
A Supply Chain Optimization Pollitt, David (1998): Supply-chain logistics, in: International Journal of Physical Distribution & Logistics Management, Vol. 28 No. 3, 1998, pp. 181-200. Simchi-Levi, D. et al. (2000): Managing the Supply Chain. Boston: Irwin McGraw-Hill |
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