Was ist das Beer-Game?

   

Das weltweit bekannteste Unternehmensplanspiel

Das Beer-Game ist das weltweit bekannteste Unternehmensplanspiel, das die Herstellung und den Vertrieb von Bier von der Produktion in Brauerei bis zum Verkauf an den Endkunden simuliert. Die Distributionskette läuft über vier hintereinandergeschaltete Glieder von der Brauerei über den Distributor, Großhändler bis zum Einzelhändler, der den Endverbraucher (Konsumenten) beliefert. Das Ziel des Spieles ist einfach: jedes Glied in der Distributionskette versucht, bei seinem vorgeordneten Lieferanten gerade so viel zu bestellen, dass die Nachfrage seines Kunden gedeckt werden kann. Über einen Zeitraum von simulierten 30-50 Wochen ist in jeder Woche (Runde) genau eine Entscheidung zu treffen: Wie viel Bier soll bestellt werden? Jede gelagerte Kiste verursacht Lagerkosten von € 1,- pro Woche; jede nicht lieferbare Kiste verursacht doppelt so hohe Fehlmengenkosten von € 2,- pro Woche. Da gilt es, einerseits das Lager möglichst gering zu halten und dennoch Lieferrückstände auf jeden Fall zu vermeiden.

 

...simuliert den Vertrieb von Bier

Hinter dem Beer-Game steckt ein handfestes Problem unserer modernen Wirtschaft: die optimale Verteilung von Produkten von der Fabrik bis zum Endkunden. In der Wissenschaft läuft dies unter dem Titel „Logistik”, „Supply-Chain-Management”, „Operations Research” oder auch „System Dynamics”. Die unvermeidlichen Verzögerungen zwischen Bestellung und Lieferung machen die Distributionskette zu einem sehr sensiblen System, das in der zeitlichen Dynamik sehr leicht aus den Fugen gerät. Obwohl der Endverbrauch sich kaum ändert, sind speziell die Brauerei und der Distributor oft mit massiven Schwankungen in der Nachfrage konfrontiert. Phasen von massiven Fehlbeständen werden von Phasen mit massiv überhöhten Lagerbeständen abgelöst.

 

...und hilft, dynamische Systeme zu verstehen

Im Anschluss an das eigentliche Spiel wird die Situation in einem De-Briefing aufgearbeitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erkennen erstaunt, dass es keine bösen äußeren Kräfte waren, die das Distributionssystem so aus den Fugen geraten ließ – nein, es war das eigene, scheinbar logisch-vernünftige Verhalten, das die Turbulenzen verursachte. Dass die im Spiel beobachtbaren massiven Schwankungen in der Nachfrage auch in der Praxis zu beobachten sind, mag ein Trost sein - oder auch ein Grund, praktische Lehren aus dem Spiel zu ziehen.